Ruhe: In meinem Schneckenhaus

Stellt euch eine Schnecke vor mit einem Schneckenhaus auf ihrem Rücken. Sie schleicht langsam und gemächlich den Weg entlang, genießt die Umgebung, schleicht langsam an Menschen vorbei (bzw. die Menschen hetzen an ihr vorbei), sie fühlt sich sicher und geborgen, denn sie hat eine Sache was die anderen nicht haben: Ein Schneckenhaus auf ihrem Rücken, in das sie sich zurückziehen kann wann immer sie möchte.

Die Schnecke bin ich.

Wann immer ich das Gefühl habe, dass mir irgendwas zu viel wird, wann immer ich denke, dass es Zeit für eine Ruhepause wird, wann immer ich der Meinung bin, dass alles um mich herum zu eindrücklich ist, gehe ich in mein Schneckenhaus. Da ist es warm und angenehm entspannt, ich finde Ruhe. Ich kann mich konzentrieren, entspanne mich und nehme das wahr was ich wahrnehmen möchte: Ein paar Buchseiten, einen Artikel, ein Lied, den Bleistift auf dem Skizzenblock neben meinem Bett, ein Gedanke, dem ich folge während ich in der Bahn, auf dem Bett oder sonstwo sitze, die Luft in der Umgebung oder in der Natur. Nichts kann mich in diesem Moment erreichen, alles andere ist nichtig und klein, nicht vorhanden, unsichtbar. Alles andere hat in diesem Moment keine Bedeutung.

Manchmal bin ich daheim, manchmal bin ich draußen – in meinem Schneckenhaus.

Hast Du auch ein Schneckenhaus? Wenn ja, wie sieht das aus?