Fernweh

Als Kind kannte ich nur Heimweh. Das flaue, mulmige Gefühl in der Magengrube, wenn man im Urlaub an sein eigenes Bett, den Geruch im Kinderzimmer und den Ausblick aus dem Fenster denkt. Das beschreibt Heimweh ganz gut.

Ich dachte nicht, dass ich ein Mensch wäre, der tatsächlich auch das Fernweh spüren kann und zwar so sehr, dass der Sand schon fast zwischen meinen Zehen zu sein scheint, wenn ich daheim Flip Flops anziehe und mir Sonnencreme ins Gesicht schmiere. Ja, ich kenne Fernweh und ja, es kann sich genau so anfühlen. Manchmal ist es jedoch eher der insgeheim verborgene Wunsch etwas Neues zu sehen, etwas Aufregendes zu erleben, etwas Exotisches zu essen und etwas Kribbelndes zu spüren, am besten im ganzen Körper als wäre man frisch verliebt. Das ist mittlerweile meine Art von Fernweh und wenn ich genau in mich reinfühle, ist es dem Heimweh zum Verwechseln ähnlich.